Waffenpflege – Anleitungen
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Schwertgriffbau nach Dr. Friedrich Lehmann
Vorwort von Patrice
Im Folgenden findet sich eine Anleitung zum Selbstbau eines Schwertgriffs von Friedrich Lehmann – entstanden aus einem privaten Chatgespräch. Ich hoffe durch das Teilen des Wissens dem geneigten Leser eine hilfreiche Stütze zum Bau eines eigenen Schwertgriffs zu sein.
Benötigte Materialen und Werkzeuge
- Holzraspel oder grobes Schmiergelpapier (40er Körnung)
- Schleifklotz
- Schere
- Beißzange
- 4-5 Leimklemmen
- Holzleim
- Faden aus Naturfaser (Hanf o.ä.)
- Leder
Anleitung
Nun ist die Frage, wie Du den Griff verändern willst. Ist er zu dick oder zu dünn? Sieht er nicht authentisch aus – fehlt ihm also die Taille? Nimm doch mal das Leder vom Griffholz und schau, ob die Angel komplett von Holz umschlossen ist. Gehe davon aus, dass dies der Fall ist – es sei denn, die Feder ist von Krondak. Falls ja, wird’s schwierig, am Griff etwas zu ändern, ohne auch die Angel zu bearbeiten. In diesem Fall bräuchtest Du noch einen Winkelschleifer mit Schruppscheibe.
Wie auch immer: Würde mir auf dem vorhandenen Griff mit Edding anzeichnen, wohin die Wulstringe kommen sollen. Das kannst Du Dir auf Deine Hand maßschneidern. Dann geht’s ans Schleifen. Da, wo Dir der Griff zu dünn erscheint, kannst Du Holz auflkleben und nach dem Aushärten des Klebers das aufgeklebte Stück in Form anschleifen. Das kann durchaus mehrere Durchgänge erfordern.


Mach das Griffholz einen Tick zu schlank, denn es kommt ja noch Faden und Leder darüber. Wenn die Form dann stimmt, geht’s an den nächsten Schritt. Streiche das Holz dünn mit Leim ein und wickle den Hanf- oder Leinenfaden darüber.
Wenn das geschehen ist, kannst Du die Wulstringe anbringen – dazu reicht Bindfaden. Bringe an der gewünschten Stellen eine Wurst Leim auf (einmal ringsrum) und wickle den Faden dann in der Leimwurst so oft, bis ein Wulst entstanden ist.

Heikel wird’s beim Griffleder. Schneide ein Stück Leder mit Übermaß in Lange und Umfang aus. Entscheide Dich, wo die Naht sitzen soll. Auf der Seite, die gegenüber der Naht sitzt, bestreiche das Griffholz mit Leim (aber nicht zuviel) und setze unter Zug das Leder auf, dass sich Griffform und Wulstringe sichtbar durchdrücken. Da, wo sich später die Naht schließen soll, darf jetzt noch kein Leim sein. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Eentweder hältst Du das Leder so lange unter Zug, bis der Leim hart ist – oder Du klemmt das überstehende Leder in Leimzwingen ein und stellst die Feder irgendwo so auf, dass die Zwingen nach unten hängen und durch ihr Gewicht das Leder auf Zug halten.

Wenn dies geschehen ist, kannst Du mit einer Schere den Überstand des Leders grob abschneiden; den Rest kannst Du mit der Beißzange entfernen. Führe dabei die Schneiden paralles zur Ledernaht. Das Ergebnis sollte sein, dass Du genau soviel Leder abgeschnitten hast, dass die Enden in der Naht auf Stoß stehen. Wenn dem so ist, Leim auftragen und den Rest des Leder aufkleben – fertig!
